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Cybermobbing: schnell & gefährlich

Bild Cybermobbing © stock.adobe.com – samuel
Wie arg ist das denn? Mehr als ein Drittel der SchülerInnen in Österreich geben an, im vergangenen Monat Opfer von Mobbing-Attacken gewesen zu sein (Studie Health Behavoiur of School-aged Children, 2018).

Aber Mobbing passiert längst schon nicht mehr face-to-face. Immer mehr junge Menschen werden im Netz attackiert. Bei Cybermobbing ist es besonders schwer, sich zu entziehen. Denn die Belästigungen können rund um die Uhr stattfinden und enden nicht nach der Schule. Cybermobbing ist überall dort wo digitale Medien genutzt werden. Die Attacken gehen sehr oft von Personen aus dem eigenen Umfeld aus.

Good2know: Mobbing ist kein Kavaliersdelikt, sondern strafbar!

Seit 1.1. 2016 ist Cybermobbing als eigener Straftatbestand im Strafgesetzbuch verankert (§ 107c StGB „Fortgesetzte Belästigung im Wege einer Telekommunikation oder eines Computersystems“) und somit auch strafrechtlich relevant.

Was ist Cyber-Mobbing?

Cyber-Mobbing (oder auch „Cyber-Stalking“ oder „Cyber-Bulling) ist das absichtliche Beleidigen, Bloßstellen, Bedrohen oder Belästigen im Internet oder über das Handy – meist über einen längeren Zeitraum hinweg. Der Begriff wird seit 2007 im deutschsprachigen Raum verwendet. Im angloamerikanischen Raum heißt das Phänomen „Cyberbullying“ und wird schon seit 1999 untersucht.

Cyber-Mobbing findet vor allem im Internet (Soziale Netzwerke, Chats, Messenger, E-Mails, …) oder per Handy (SMS, lästige Anrufe, Messenger, Handyfotos und -videos …) statt.

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Beispiele für Cyber-Mobbing

  • Verbreiten von Lügen, Gerüchten oder intimen Informationen in sozialen Netzwerken, Foren oder Messengern.
  • Beschimpfungen, Beleidigungen oder Drohungen in WhatsApp, Instagram, Facebook, etc. in Chats, per SMS oder Email.
  • Veröffentlichen von intimen oder peinlichen Fotos oder Videos in sozialen Netzwerken.
  • Sexuelle Belästigung oder unerwünschte Kontaktaufnahme im Chat oder in sozialen Netzwerken.
  • Gehackte Accounts und Fake Profile

Vorsorge ist besser als Nachsicht

Damit Fotos, Nachrichten, Videos, etc. nicht gegen dich verwendet werden können, halte dich an folgende Regeln:

  • Überlege gut, welche Fotos/Videos/Sprachnachrichten du verschickst und an wen. Du solltest nur Fotos versenden, die für jeden sichtbar sein könnten.
  • Sichere dein Handy und deinen Computer/Laptop. Denn ohne Code ist es einfach, Zugang zu deinen Daten und Fotos zu bekommen.
  • Behalte die „Codes“ für dich. Auch best friends (BFF) müssen sie nicht wissen.
  • Veröffentliche keine persönlichen Daten, wie deine Adresse oder Handynummer.

Mobbing Notfalls-Plan

  • Sofort reagieren

Wichtig ist es, dass du sofort reagierst. Vielleicht kannst du die Situation in einem persönlichen Gespräch entschärfen, bevor es die Grenzen zum Mobbing überschreitet.

 

  • Darüber reden

Sprich mit einer Vertrauensperson über deine Probleme – je früher, desto besser.

 

  • Blockieren

Sperre diejenige Person oder Gruppe, die dich belästigt. Das geht auf Facebook, aber auch bei Email Accounts oder WhatsApp.

 

  • Belästigungen melden

Informiere die Betreiber der Website oder des sozialen Netzwerks über Personen, die dich belästigen. In schlimmen Fällen, kannst du auch die Polizei einschalten.

 

  • Erpresser ignorieren

Wenn du mit Fotos etc. erpresst wirst, gehe nicht darauf ein! Wenn Erpresser merken, dass du mitmachst, hören sie nicht auf, sondern machen weiter.

 

  • Aussteigen

Wenn du z.B. in einer Gruppe fertig gemacht wirst, dann steig aus.

 

  • Beweise sichern

Dokumentiere die Angriffe gegen dich. Fertige Screenshots (mit Datum und Absender) von unangenehmen Nachrichten, Bildern oder Chats an. So kannst du nachweisen was passiert ist.

 

  • Nummer ändern

Wenn das Mobbing über dein Handy läuft, kannst du auch deine Nummer ändern lassen.